Die Mühlengeschichte in Woldegk
Heute ist Woldegk mit fünf Mühlen und einer Mühlenruine von ehemals sieben Windmühlen und 10 Mühlenstellen (1885 und früher) die windmühlenreichste Stadt im Land und trägt den Namen Windmühlenstadt Woldegk.
1. Museumsmühle (Buddesche Mühle)
- 1763 Baujahr der ersten Mühle
- 1883 wurde die Bockwindmühle von Otto Budde am Standort abgerissen und an deren Stelle eine Holländerwindmühle gebaut
- 1906 übernimmt jun. Otto Budde die Mühle
- 1952 stirbt jun. Otto Budde, seine Frau Marie geb. Wilk ist Inhaberin der Mühle, seitdem ist die Mühle außer Betrieb
- 1969 die Mühle wird am 7. Oktober als Museum eingeweiht
- 1993 wurde die Mühle rekonstruiert (Dachhaube und Mühlenflügel)
- Die Stadt Woldegk als Eigentümer bewirtschaftet die Museumsmühle

2. Ehlertsche Mühle (Technisches Denkmal)
- Baujahr 1886 lt. bauhistorischer Untersuchung (Rüdiger Hagen – Okt. 2024), 1703 wird eine Bockwindmühle erwähnt
- 1886 verkauft Kreienbring die defekte Windmühle und baut die jetzt stehende Mühle, die er vom Gut Brügge übernimmt
- 1894 nach dem Tode von Kreienbring übernimmt seine Witwe geb. Herrmann die Mühle
- 1898 übernimmt die Mühle der Sohn Franz Kreienbring
- 1920 tauscht Franz Kreienbring die Mühle mit der Ahlgrimmschen Mühle (heute Ruine an der Chaussee Neubrandenburg-Friedland)
- 1926 kauft der Mühlenmeister Hans Ehlert die Mühle von Ahlgrimm
- Heute ist die Stadt Woldegk Eigentümer der Mühle und bewirtschaftet diese als Museumsmühle

3. Café Mühle (Ramme)
- 1587 Baujahr einer Bockwindmühle vor dem Neubrandenburger Tor
- 1859 Julius Hundt baut anstelle der Bockwindmühle die noch heute stehende Holländerwindmühle mit dem Wohnhaus daneben
- 1884 verkauft Julius Hundt seine Mühle und das Wohnhaus an Inspektor Joachim Köpke für 30.000 Mark
- 1885 wird dieser Kauf rückgängig gemacht, nachdem der Inspektor Köpke ein Reuegeld von 3.000 Mark gezahlt hat
- 1888 in der Zwangsversteigerung kauft der Gutsadministrator Friedrich Sumpke aus Lemmersdorf die Mühle für 9.000 Mark
- 1889 überlässt Gutsadministrator Friedrich Sumpke das Mühlengrundstück mit Mühle und Wohnhaus an den Mühlenmeister Wilhelm Ehlert aus Altentreptow für 14.000 Mark
- 1920 stirbt der Mühlenmeister Wilhelm Ehlert und übernimmt sein Enkel Willy Ehlert die Mühle
- 1988 wird die Mühle von der Enkelin des letzten Müllers als Café ausgebaut
- Die Urenkelin bewirtschaftet jetzt das Café in der Mühle und betreibt eine Pension

4. Seemühle (Fröhlcke’sche Mühle)
- Baujahr unbekannt
- 1690 Heinrich Schmidt wird als Pächter der Mühle genannt
- 1878 kauft der Mühlenmeister Wilhelm Stoll aus Dauer die Mühle von Theodor Budde
- 1887 brannte die Mühle durch Blitzschlag ab und wurde die noch heute stehende Holländermühle mit darunter befindlicher Wohnung gebaut
- 1901 übernimmt aus dem Nachlass des verstorbenen Stoll der Stellmachermeister Janusch aus Prenzlau die Mühle
- 1905 kauft der Müllermeister Wilhelm Fröhlcke die Mühle
- 1925 nach dem Tode von Wilhelm Fröhlcke übernehmen die beiden Söhne Herbert und Walter Fröhlcke die Mühle
- 1927 ist der Müllermeister Herbert Fröhlcke alleiniger Inhaber der Mühle, nachdem Walter Fröhlcke sich in Mirow eine Mühle gekauft hat
- Nach dem Tode von Herbert Fröhlcke übernimmt seine Ehefrau Grete geb. Kesier die Mühle
- Nachdem der Sohn des letzten Müllers, Wilhelm Fröhlcke, verstorben ist, ist die Mühle im Privatbesitz der Familie
- Der Verkauf der Mühle an die Stadt Woldegk erfolgte im Jahr 2025

5. Gotteskampmühle (Töpfermühle Saalfeld)
- 1736 Baujahr der ersten Mühle am Standort
- 1867 verkauft der Müllermeister Christov Budde die Mühle mit Ackerparzelle Nr. 38 und Garten Nr. 126
- 1895 wird die Bockwindmühle abgerissen und dafür die Holländerwindmühle gebaut
- 1898 verkauft der Mühlenmeister Karl Budde sein Grundstück mit Mühle an den Müller Otto Budde jun.
- 1931 übernimmt Walter Budde die Mühle
- 1943 ist die Mühle außer Betrieb
- 1978 Kauf der Mühle und 1979 Ausbau der Mühle zur Wohnung des Eigentümers, Töpferei an der Mühle
- Noch heute im Privatbesitz

6. Mühlenruine (Kreienbring’sche Mühle)
- 1871 Baujahr der Mühle von Mühlenmeister Vollrath Biederstädt
- 1885 brennt die Holländerwindmühle ab, wird jedoch sofort wieder aufgebaut
- 1918 kauft der Müllermeister Ahlgrimm die Mühle
- 1945 ist die Mühle bis auf die Ringmauern abgebrannt
- Heute ist die Mühlenruine in Privatbesitz
Textauszüge aus Mühlenchronik von C. A. Lau (Geschichte der Holländermühlen Heft 5) von der Interessengemeinschaft „Mühlenensemble“ Woldegk







